Die Kreditkarte als Zahlungsmittel im B2B-Bereich: So können Sie Ihre Lieferanten in Europa davon überzeugen

Sebastian Niemeyer
Sebastian Niemeyer
Senior Director, Strategic Bank Partnerships, Coupa
Sebastian is responsible for defining and executing the Go-to-Market strategy for Coupa Pay in EMEA. He also manages the strategic partners in the region including card issuers, global transaction banks, and leading financial service providers. Prior to joining Coupa, he spent 14 years at SWIFT, holding various positions from executing Global Key Client Management responsibilities to leading the Go-to-Market activities around initiatives like SWIFT KYC and global multi-bank connectivity for Corporates.
Lesedauer: 4 mins
How to Help Suppliers in Europe See the Value of B2B Credit Card Payments

Wie haben Sie einen Ihrer Lieferanten in Europa zuletzt bezahlt? Mit einer Überweisung? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Denn in den meisten europäischen Ländern sind SEPA-Überweisungen1 die am häufigsten verwendete Zahlungsmethode. Etwa 99 % aller B2B-Zahlungen in der Eurozone werden über SEPA-Überweisungen abgewickelt. Das SEPA-System wurde 2008 eingeführt und hat sich schnell als schnelle und günstige – wenn nicht sogar als die schnellste und günstigste – Zahlungsmethode etabliert.

Heute sind schnelle und kostengünstige Zahlungen Standard in einem Ökosystem, das sich durch die Digitalisierung gewandelt hat. Und damit haben sich auch die Aufgaben von CFOs verändert. Sie müssen heute nicht mehr nur Rechnungen pünktlich bezahlen, sondern sind auch in der Pflicht, für Stabilität zu sorgen und die Unternehmensfinanzen zukunftssicher aufzustellen.

Welche Vorteile haben Kreditkartenzahlungen im B2B-Bereich gegenüber einer Überweisung? 

Können Sie mit Ihrer aktuellen Zahlungsstrategie:

  • Ihre Liquidität auch im Niedrigzinsumfeld effektiv nutzen?
  • die Liquidität Ihrer Lieferanten unterstützen, ohne den eigenen Barmittelbestand zu gefährden? 
  • Zahlläufe und Kontenabstimmungen effizienter abwickeln?
  • Risiken wie Zahlungsbetrug reduzieren und vermeiden, wenn immer mehr Beschäftigte im Homeoffice arbeiten? 
  • nicht genehmigte Ausgaben bei Einmallieferanten verhindern?

Sie erreichen diese Ziele schon jetzt, weil Ihre Sie Lieferanten per Kreditkarte bezahlen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie Ihrer Zeit weit voraus – gerade im deutschsprachigen Raum. Immer mehr CFOs stellen fest, dass Kreditkartenzahlungen im B2B-Bereich genau diese Vorteile bieten. Und wahrscheinlich finden diese CFOs und Sie selbst auch den Einsatz von Kreditkarten außerhalb des Arbeitslebens ungemein praktisch, sowohl in Sachen Cash-Management als auch was die Benutzererfahrung angeht.

Wenn Sie mit Lieferanten zusammenarbeiten, die Kartenzahlungen akzeptieren, profitieren Sie von allen Vorteilen, die Kunden im Privatleben schon jetzt schätzen – und dazu noch von mehr Ausgabentransparenz und Kontrolle über vorab genehmigte Ausgaben. Doch wie können Sie Ihren Lieferanten vermitteln, dass die positiven Erfahrungen mit Kreditkarten, die sie schon aus dem Privatbereich kennen, auch im Beschaffungsumfeld möglich sind? 

Warum akzeptieren meine Lieferanten in Europa keine B2B-Zahlungen per Kreditkarte?

Ihre Lieferanten müssen die Kreditkartenzahlung akzeptieren. Doch viele tun genau das nicht – und zwar meistens wegen der Abwicklungsgebühren. Für jede Kartenzahlung, ob mit einer normalen oder einer virtuellen Karte, fällt eine Abwicklungsgebühr an. Diese müssen die Lieferanten übernehmen, wenn sie die Kartenzahlung akzeptieren. Dazu kommen Bemessungsgebühren (in Form von Basispunkten auf den Transaktionsbetrag) und eine Bearbeitungsgebühr (ein fester Geldbetrag). Bei einigen Firmenkarten wird sogar eine Gebühr für die Markennutzung verlangt.  

Kein Wunder also, dass viele Lieferanten eher zurückhaltend sind, wenn es um Kreditkarten geht. Doch mit den richtigen Argumenten bietet sich Ihnen als Käufer hier die Gelegenheit, mit den Lieferanten ins Gespräch zu kommen.  

Wie kann ich Lieferanten von B2B-Zahlungen per Kreditkarte überzeugen?

In Gesprächen über Kreditkartenzahlungen sollten Sie nicht nur die reinen Zahlen erwähnen. Gehen Sie stattdessen einen Schritt weiter und gehen Sie auf die konkreten Vorteile für die Lieferanten ein. Effizienz, Risiken und Sicherheit sind Themen, die Lieferanten in diesem Zusammenhang besonders bewegen. Aber diese Zahlungsmethode geht auf all diese Bedenken ein und bietet Käufern wie Lieferanten einen Nutzen. 

Bessere Umsätze durch B2B-Zahlungen per Kreditkarte

Viele Lieferanten in Europa zögern mit Blick auf die Vorlaufkosten, Zahlungen per Kreditkarte zu akzeptieren. Doch die Kosten (Abwicklungs- und Bearbeitungsgebühren) lassen sich dadurch ausgleichen, dass Kreditkartenzahlungen die durchschnittliche Außenstandsdauer von 47 Tagen auf nur zwei oder drei Tage reduzieren. Mit einer normalen Überweisung müssten Lieferanten 5 bis 8 % Skonto anbieten, um solche Werte zu erreichen, denn die Kunden geben Zahlungen zum Schutz des eigenen Cashflows meist erst in letzter Minute frei. B2B-Zahlungen per Kreditkarte können zudem Gebühren durch die Nutzung von Level-II-Level-III-Daten reduzieren.

Mehr Effizienz und mehr Wachstum mit B2B-Zahlungen per Kreditkarte

Möglicherweise sind den Lieferanten die operativen Vorteile von B2B-Zahlungen per Kreditkarte nicht bewusst. So lässt sich damit die Kontenabstimmung deutlich einfacher handhaben. Jeder Gebührenposten kann automatisch abgeglichen werden, und so werden fehlerhafte Daten, wie sie bei Banküberweisungen vorkommen können, vermieden. Auch Streitfälle lassen sich schneller beilegen – ein klares Plus für die Kundenerfahrung und damit für eine zentrale Messgröße von Lieferanten. Dem wachsenden Wettbewerb auf den weltweiten Märkten gerecht zu werden und die anhaltenden Störungen aufzufangen – genau dabei spielt das Verhältnis zwischen Käufer und Lieferant heute eine immer größere Rolle.

Mit Kreditkarten als Zahlungsmittel für B2B-Zahlungen stellen Lieferanten die Weichen auf Wachstum. Kreditkarten sind ungemein benutzerfreundlich. Und Käufer, die wissen, dass Lieferanten einfache Transaktionen per Kreditkarte ermöglichen, geben bei diesen kartenfreundlichen Lieferanten sehr wahrscheinlich auch mehr Geld aus.

Risikominimierung mit B2B-Zahlungen per Kreditkarte

Auch Risiken lassen sich bei der Bezahlung mit Kreditkarte besser managen. Denn bei Kartentransaktionen werden keinerlei Bankdaten übertragen, was die Gefahr von Zahlungsbetrug reduziert. Ebenso wichtig: Das Ausfallrisiko geht komplett auf den Kartenanbieter über.

Lange lagen B2B-Zahlungen per Kreditkarte fast im Dornröschenschlaf, doch mittlerweile nimmt diese Zahlungsmethode an Fahrt auf. In unserem nächsten Beitrag werden wir uns deshalb virtuelle Karten – also die digitalen Versionen der bekannten Plastikkarte – näher ansehen und darauf eingehen, was virtuelle Karten für die finanzielle Transformation von Unternehmen tun.

Sie möchten mehr über Zahlungsmöglichkeiten außerhalb traditioneller Banküberweisungen erfahren? Dann informieren Sie sich über Coupa Pay.

Sources:

1 SEPA Credit Transfer, European Payments Council AISBL, 2022.