Warum es wichtig ist zu wissen, wohin das Geld in Ihrem Unternehmen fließt

Rob Bernshteyn
Rob Bernshteyn
CEO & Chairman, Coupa Software

Rob Bernshteyn previously served as part of the executive management team at SuccessFactors (now part of SAP), running product marketing & management for this leader in HCM SaaS software. He also worked in product management at Siebel Systems, management consulting at McKinsey, and SAP systems integration consulting at Accenture. Bernshteyn holds an MBA from Harvard Business School and a Bachelor of Science Degree in Information Systems from the University of New York at Albany.

Lesedauer: 9 mins
Geschäftsmann, der aus dem Fenster schaut.

Heute beginnt die Inspire ’18 und damit die größte BSM-Konferenz in Nordamerika mit mehr als 2.000 Führungskräften aus Finanzen und Beschaffung. Und wie letzte Woche schon angekündigt werden wir dort auch die Ergebnisse einer Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) mit dem TitelThe Strategic CFO in a Rapidly Changing World bekanntgeben. Mit dieser von uns in Auftrag gegebenen Umfrage wollten wir uns ein Bild verschaffen, wo Finanzabteilungen auf der ganzen Welt heute stehen.

An der Studie haben mehr als 500 CFOs und Führungskräfte im Finanzwesen teilgenommen. Doch bevor ich auf die Ergebnisse eingehe, möchte ich Sie etwas fragen.

Was ist die Aufgabe des CFO? Ich denke, wir sind uns einig, dass der Aufgabenbereich des CFO weit über Reporting und Finanzabschlüsse hinausgeht. Das sind nur die Grundpfeiler. Kein CEO will von seinem oder ihrem CFO hören, dass die „Zahlen für sich sprechen“. Die besten CFOs, die ich kenne, wissen ganz genau, was sich hinter den Zahlen verbirgt und was sie uns sagen. Dafür muss dem CFO natürlich bekannt sein, wo und wofür das Unternehmen Geld ausgibt. Wie könnten sie sonst die Frage nach dem „Warum“ beantworten, die ihnen unweigerlich gestellt wird? Überrascht es Sie da, wenn ich sage, dass fast zwei Drittel der von der EIU Befragten angeben, dass sie keinen vollständigen Überblick über die Transaktionen im Unternehmen haben?

2018 mockup economist

Sie glauben nicht, dass diese Behauptung wahr ist? Dann muss ich Sie leider enttäuschen. In den vergangenen neun Jahren ist mir bewusst geworden, dass die meisten Unternehmen nicht wissen, wofür sie ihr Geld ausgeben. Und angesichts des raschen Wandels und des verschärften Wettbewerbs trägt der Vertrieb die Hauptlast dieses Umstands. Doch den Unternehmen wird zunehmend bewusst, dass betriebliche Effizienz als Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb und als Umsatztreiber relevant ist.

Die großen Probleme, mit denen Finanzfachleute heute konfrontiert sind, sind weitgehend auf veraltete Technologien zurückzuführen, die in den Anfangszeiten des Internet installiert wurden, also vor mehr als 20 Jahren. Altsysteme sind unpraktisch. Beschaffungsteams können zwar großartige Verträge aushandeln, doch diese werden unzureichend genutzt. Beschäftigte tätigen lieber Direktausgaben und lassen sich diese erstatten, anstatt auf umständlichen Wegen etwas zu bestellen und/oder dafür eine Genehmigung zu erhalten. In vielen Firmen ist der Posten „Sonstiges“ eine große Ausgabenkategorie, was die Transparenz sicher nicht verbessert. Leider ist das weltweit der Stand der Dinge, wenn es um das Ausgabenmanagement geht.

Benötigt wird Technologie, gewünscht wird betriebliche Effizienz

Finanzexperten haben sich jahrelang mit Investitionen in moderne Technologien zurückgehalten. Doch es bewegt sich etwas, denn unserer Umfrage zufolge halten heute 60 % der Finanzexperten den Einsatz neuer IT-Lösungen oder mehr Automatisierung und die Optimierung ineffizienter Prozessen für die wichtigsten Maßnahmen, die sie in den kommenden zwei Jahren für die Kostenkontrolle einplanen.

Das ist eine wichtige und erfreuliche Entwicklung. Da Ausgaben heute über 85 % der Gesamtkosten in Unternehmen ausmachen, ist es entscheidend, die Geschäftsausgaben und Abläufe bei der Beschaffung, bei Rechnungen und bei Spesen voll im Blick zu haben.

Das geht nur mit Daten. Deshalb normalisieren Unternehmen wie unsere anonymisierte Daten mithilfe von maschinellem Lernen. Daraus entsteht eine kollektive Intelligenz aller Nutzerinnen und Nutzer, die den CFO bei fundierten Entscheidungen unterstützt. Wir sind in einem spannenden Technologiezeitalter angekommen. Wir verfügen heute über spezialisierte Datensätze und über die Rechenleistung und Datenarchitektur, um diese Daten zu verarbeiten. Maschinelles Lernen und KI können Muster erkennen und Einblicke und Empfehlungen bereitstellen, mit deren Hilfe unsere Kundinnen und Kunden neue Geschäftsmodelle entwickeln können.

CFOs müssen Silos aufbrechen

CFOs sind nicht dazu da, das Budget knauserig zu verwalten oder Mittelanfragen, die auf ihren Schreibtischen landen, abzulehnen. Sie müssen vielmehr die Vorteile von Investitionen in das Unternehmen analysieren und dabei mit den einzelnen Abteilungen kooperieren, um alle auf Erfolgskurs zu bringen. Über die Hälfte der Befragten, die ihrem Unternehmen zutrauen, Risiken, Kosten und Kapital zu managen, stammen aus Firmen, die auf Zusammenarbeit setzen.

Die EIU führte als Teil der Umfrage mehrere ausführliche Interviews mit CFOs, unter anderem von Zendesk, Ally Financial, Micron Technology, Driftwood Acquisitions & Development und Hays, die dort mit der Schaffung einer modernen Finanzabteilung beauftragt waren. Und sie alle wiesen wiederholt auf ein Thema hin, und zwar auf die Notwendigkeit, zusammenzuarbeiten und die Silos in ihren Unternehmen aufzubrechen.

Ich empfehle Ihnen, sich eingehender mit dieser Umfrage zu beschäftigen, die Sie hier finden. Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen Gedanken mit auf den Weg geben. Finanzexperten bietet sich heute eine einmalige Chance: In ihrer neuen Rolle als strategischer CFO haben sie genau die Transparenz, Kontrolle und Einblicke, die sie brauchen, um ihre CEOs über Ausgaben zu informieren und auch aufzuzeigen, wo das Geld ausgegeben wird.