
Das Wichtigste zur EUDR in Kürze
- Die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) verbietet den Handel und Export von sieben Rohstoffen, die in Verbindung mit Entwaldung stehen, und deren Folgeprodukten. Voraussetzung für den Handel ist ein Nachweis über die entwaldungsfreie Beschaffung sowie eine gültige elektronische Sorgfaltserklärung (Due Diligence Statement, DDS).
- Für große und mittlere Unternehmen gelten die Vorschriften ab 30. Dezember 2026, für Klein- und Kleinstunternehmen ab 30. Juni 2027.
- Bei Verstößen drohen Geldbußen von bis zu 4 % des EU-weiten Jahresumsatzes eines Unternehmens sowie die Einziehung von Produkten und der Ausschluss von der Vergabe öffentlicher Aufträge.
- Die Einhaltung steht und fällt mit den dafür erforderlichen Daten. Genau diese Geodaten, behördlichen Genehmigungen und Transaktionsdaten sind in der Regel nicht für alle Teams uneingeschränkt zugänglich.
- Integrierte Lösungen, die satellitengestützte Risikobewertung mit Beschaffungsabläufen kombinieren, können das Einreichen von Sorgfaltserklärungen automatisieren und falsch-positive Meldungen von Entwaldungsfällen um bis zu 98 % reduzieren.
- Wie der Compliance-Ablauf von Anfang bis Ende aussehen kann, zeigen Coupa und LiveEO in einem gemeinsamen Webinar. (Aufzeichnung auf Englisch)
Ab dem 30. Dezember 2026 müssen große Unternehmen die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) einhalten. Doch die meisten sind noch nicht darauf vorbereitet.
Die EUDR gehört zu den wichtigsten Compliance-Vorgaben für Lieferketten, die in den letzten Jahren aus Brüssel gekommen sind – und sie tritt demnächst in Kraft. Für viele Beschaffungs- und ESG-Teams läuft die Zeit ab. Große und mittlere Unternehmen müssen die Vorgaben der Verordnung ab 30. Dezember 2026 vollständig einhalten und dann für jede Lieferung von Rohstoffen, die unter die EUDR fallen, die geforderten Sorgfaltserklärungen vorlegen können.
Verstöße können mit Geldbußen von bis zu 4 % des gesamten EU-weiten Jahresumsatzes eines Unternehmens geahndet werden. Zudem können Produkte eingezogen und Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.
– aus der Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EU-Entwaldungsverordnung bzw. EUDR)
Unternehmen, die mit Rindern, Kakao, Kaffee, Palmöl, Kautschuk, Soja, Holz oder daraus gewonnenen Produkten handeln, sind davon betroffen. Für viele sind die benötigten Daten ein Problem. Denn um die EUDR in den globalen Lieferantennetzwerken vollständig einhalten zu können, müssen Satellitenbilder, rechtliche Dokumentationen und Live-Transaktionsdaten kombiniert werden. Doch genau diese Daten halten die meisten Unternehmen derzeit in voneinander getrennten Systemen und unterschiedlichen Teams vor. Während die Compliance-Bemühungen in der Regel in der für ESG zuständigen Abteilung angesiedelt sind, ist die Beschaffung der wichtigste Stakeholder und der primäre Datenlieferant. Diese beiden Teams arbeiten aber meist isoliert voneinander. Und dadurch fehlt der Beschaffung die nötige Transparenz, um ihre Risikoexposition – und die damit verbundenen potenziell erheblichen Bußgelder – zu verstehen. Deshalb wollen wir hier näher erklären, welche Anforderungen die EUDR stellt, was Unternehmen tun müssen und wie integrierte Tools helfen können, die Lücke zwischen ESG-Team und Beschaffung zu schließen, die nötigen Aufgaben zu automatisieren und einen sauberen Audit-Trail zu gewährleisten.
Die Entwaldungsverordnung der Europäischen Union verbietet den Import, den Verkauf und den Export von sieben Rohstoffen und daraus hergestellten Produkten, wenn Unternehmen nicht nachweisen können, dass ihre Lieferketten entwaldungsfrei sind. Folgende Rohstoffe sind davon betroffen:
- Rinder
- Kakao
- Kaffee
- Ölpalmen
- Kautschuk
- Soja
- Holz
Ebenfalls betroffen sind zahlreiche Alltagsgüter wie Rindfleisch, Schokolade, Reifen, Papier und Holzmöbel, die aus diesen Rohstoffen hergestellt werden. Wenn in Ihrer Lieferkette einer dieser Rohstoffe oder eines dieser Produkte vorkommt, dann gilt die EUDR für Sie.
Damit Sie innerhalb der EU oder über ihre Grenzen hinweg legal mit diesen Rohstoffen und Produkten handeln können, muss jede Sendung drei strenge Kriterien erfüllen:
- Entwaldungsfrei: Das Produkt darf nicht auf Flächen erzeugt worden sein, die nach dem 31. Dezember 2020 gerodet wurden.
- Legal erzeugt: Die Produktion muss vollständig den Rechtsvorschriften des Erzeuger- oder Ursprungslandes entsprechen.
- Sorgfaltserklärung (DDS) liegt vor: Vor dem Handel muss eine gültige Sorgfaltserklärung an das EU-Informationssystem TRACES übermittelt werden.
In diesem Webinar mit Coupa und LiveEO erfahren Sie mehr über die EUDR und wie Sie sich darauf vorbereiten können. (Aufzeichnung auf Englisch)
Warum hat die EU diese Verordnung erlassen?
Die Ausweitung der Agrarflächen gehört zu den Hauptursachen für die weltweite Abholzung – und ist eine zentrale Quelle für CO₂-Emissionen. Die EU gehört zu den Hauptabnehmern und -verbrauchern der oben genannten Rohstoffe und trägt dadurch unmittelbar zur Nachfrage bei, die die weltweite Abholzung von Wäldern weiter vorantreibt. Mit der EUDR soll sichergestellt werden, dass die von EU-Bürgerinnen und -Bürgern konsumierten Produkte nicht länger zur weltweiten Abholzung von Wäldern beitragen. Durch die Vermeidung der Abholzung von 208.000 Hektar Waldflächen und von 49 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen sowohl bei Waren aus der EU als auch bei importierten Waren soll ein geschätzter wirtschaftlicher Nutzen von jährlich 7 Milliarden Euro entstehen.
Welche Fristen müssen beachtet werden? Und was droht bei Verstößen?
Der Zeitplan ist eng gesteckt:
- Große und mittlere Unternehmen: Müssen die Anforderungen ab 30. Dezember 2026 erfüllen. Ab diesem Datum sind Sorgfaltserklärungen für den gesamten regulierten Handel erforderlich.
- Klein- und Kleinstunternehmen: Müssen die Anforderungen ab 30. Juni 2027 erfüllen.
Bei Verstößen drohen empfindliche und verhältnismäßige Geldstrafen, die von den Mitgliedstaaten verhängt werden:
- Geldbußen von bis zu 4 % des gesamten EU-weiten Jahresumsatzes eines Unternehmens
- Einziehung von Produkten, die nicht den Anforderungen entsprechen
- Einziehung der Einnahmen aus nicht konformem Handel
- Vorübergehender Ausschluss von öffentlichen Vergabeverfahren
Wenn Sie noch immer abwarten, setzen Ihren Umsatz, Ihren Ruf und Ihre Geschäftstätigkeit auf dem EU-Markt aufs Spiel.
Wie lässt sich die Einhaltung der EUDR-Vorschriften automatisieren?
Für die Einhaltung der EUDR müssen drei ganz unterschiedliche Arten von Daten kombiniert werden: hochauflösende Geodaten, komplexe rechtliche Dokumente und Live-Transaktionsdaten. Doch genau diese Daten sind für die meisten Beschaffungs- und ESG-Teams entweder nicht zugänglich oder über nicht miteinander verknüpfte Systeme verteilt.
Das ist ein organisatorisches und ein technisches Problem. Die Einhaltung der EUDR-Vorschriften liegt in der Regel in der Hand des ESG-Teams. Die entscheidenden Daten aber liefert die Beschaffung. Und diese läuft ohne Echtzeit-Einblick in den Compliance-Status Gefahr, Transaktionen abzuwickeln, die erhebliche Bußgelder für das Unternehmen nach sich ziehen können.
Genau diese Lücke soll die Partnerschaft zwischen Coupa und LiveEO schließen.
Ein integrierter Workflow, ein System, kein Hin und Her
TradeAware von LiveEO wird nach und nach nativ in die Coupa-Lösung für Lieferantenrisiko- und Performance-Management integriert. So kann die Beschaffung ausschließlich innerhalb der bestehenden Workflows arbeiten – ohne separate Tools, ohne ständiges Hin und Her zwischen verschiedenen Anwendungen und ohne sich immer wieder irgendwo einloggen zu müssen.
Der integrierte Ablauf deckt fünf zentrale Bereiche ab:
- Nahtloser Compliance-Workflow: Compliance-Prüfungen können direkt vom Einkäufer und nativ innerhalb des Coupa-Risikomanagementmoduls ausgelöst werden.
- Optimierte Erfassung von Lieferantendaten: Die Erfassung präziser Polygon-Daten zu Anbauflächen über Tier-1-Lieferanten hinaus ist einer der schwierigsten und zeitaufwändigsten Aspekte bei der Vorbereitung auf die EUDR. Über die sicheren Onboarding-Tools von TradeAware können Einkäufer ihre Unterlieferanten automatisch einladen, Geolokalisierungsdaten zu übermitteln und ESG-Fragebögen auszufüllen – und zwar ohne zusätzliche Kosten für die Lieferanten.
- Präzise Bewertung von Entwaldung und Rechtmäßigkeit: Herkömmliche Open-Source-Datensätze sind häufig veraltet und fehleranfällig. Sie führen zu falsch-positiven Warnungen, die rechtmäßige Sendungen verzögern. TradeAware nutzt Satellitenbilder und KI für hochgenaue Bewertungen der Entwaldung. Dadurch lassen sich falsch-positive Warnungen um bis zu 98 % reduzieren. So wird Ihre Lieferkette nicht ausgebremst und Sie halten die Vorschriften trotzdem ein. Das ESG-Team kann Nachweise direkt in LiveEO prüfen und auf der Plattform den offiziellen Compliance-Status festlegen. Die Legalitätsrisiken werden über einen speziellen Workflow bewertet, der von lokalen Rechtsexperten von CMS, einer weltweiten Organisation unabhängiger Anwaltskanzleien, unterstützt wird. So halten Ihre dokumentierten Sorgfaltserklärungen auch einer Prüfung Stand.
- Automatisierte Übermittlung von Sorgfaltserklärungen: TradeAware erlaubt das automatische Erstellen und Einreichen von Sorgfaltserklärungen direkt an das TRACES-System der EU über eine API. So wird Ihrem Compliance-Team einer der aufwändigsten Schritte abgenommen.
- Volle Transparenz innerhalb von Coupa: Beschaffungsexperten, die in Coupa arbeiten, erhalten eine zentrale Lieferantenansicht, die auch die Ergebnisse der EUDR-Risikobewertung und den endgültigen Compliance-Status zeigt.
Unser Webinar zeigt, wie der gesamte Ablauf für die Einhaltung der EUDR mit Coupa und LiveEO aussieht. (Aufzeichnung auf Englisch)
Was sollten Sie zur Vorbereitung bis Dezember unbedingt tun?
Es bleibt nicht mehr viel Zeit, bis die Verordnung gilt. Und die meisten Unternehmen hinken bei den beiden zeitaufwändigsten Aufgaben der EUDR-Vorbereitung hinterher, nämlich beim Aufbau eines Systems für die Rückverfolgbarkeit von Produkten und bei der Einbindung ihrer Lieferanten zur Erfassung der benötigten Geodaten. Diese Aufgaben lassen sich nicht in den letzten Wochen vor Inkrafttreten der Verordnung noch schnell nebenbei erledigen.
Ermitteln Sie deshalb jetzt Ihr Rohstoffrisiko und Lücken in den Lieferantendaten und setzen Sie integrierte Compliance-Workflows auf, damit Sie gerüstet sind.

