
ERPs werden zwar nicht komplett verschwinden, aber sie werden an Bedeutung verlieren. Stattdessen entsteht eine neue Enterprise-Software-Landschaft. Und dank der Übernahme von Tonkean verfügen wir über eine unternehmensweite agentenbasierte Orchestrierungsebene, die genau in diesem neuen Umfeld einen echten Mehrwert schaffen wird. Lassen Sie mich erklären, warum.
Die Unternehmenstechnologie wandelt sich derzeit massiv. Wir treiben diesen Wandel voran und engagieren uns dafür, diese Zukunft entscheidend mitzubestimmen. Starre, horizontal integrierte ERP-Systeme, bei denen ein Anbieter sämtliche Funktionen abdeckt, haben ausgedient. An ihre Stelle treten vertikale Best-of-Breed-Plattformen für Finanzen, Personalwesen, Beschaffung und Supply Chain. Jedes dieser Teams ist für seinen eigenen Bereich verantwortlich und gleichzeitig über eine unternehmensweite Interaktionsebene, die auf Frontier-Modellen und offenen Protokollen basiert, in das Unternehmen als Ganzes eingebunden.
All das ist keine bloße Vermutung. Im neuen Tech-Pool für Unternehmen bilden sich schon jetzt Verantwortliche für einzelne Bereiche wie Vertrieb, Personalmanagement, Finanzen, Produktion und Bedarfsplanung heraus. Und auf der Unternehmensebene sind Frontier-KI-Modelle von Anthropic, OpenAI und Google in der Lage, alle Bereiche über offene Protokolle wie MCP und A2A zu verbinden.
McKinsey hat in einer Analyse vom Mai 2026 verschiedene Optionen vorgestellt. Die radikale Sichtweise geht davon aus, dass KI-Agenten ERP-Funktionen nachbilden und ERP-Systeme damit gänzlich überflüssig machen. Deutlich realistischer ist hingegen das folgende Szenario: Über der Kerninfrastruktur bildet ein agentengestütztes Betriebsmodell eine neue Ebene, um Workflows und Entscheidungsfindung über Bereiche und Systeme hinweg möglich zu machen. Die stabile Basis dieses Modells gewährleistet auch weiterhin die Datenintegrität, Prüfbarkeit, Compliance und Kontrolle, die Unternehmen benötigen.
Für Unternehmen stellen sich damit zwei grundlegende Fragen: Welche Plattform ist die richtige für die einzelnen Bereiche und wie lassen sich Daten und Informationen bereichsübergreifend auf der Interaktionsebene des Unternehmens am besten miteinander verknüpfen?
Unsere Antwort auf die erste Frage setzt bei dem Punkt an, der unserer Meinung nach am wichtigsten ist, nämlich beim Ausgabenmanagement. Warum gerade hier? Weil das Ausgabenmanagement bestimmt, wie jeder Euro gebunden, jede Lieferantenbeziehung gesteuert und jede geschäftliche Entscheidung auf der Einkaufsseite durchgesetzt wird. Richtig umgesetzt kann sich dies positiv auf das Wachstum und die Rentabilität auswirken, sofern die entsprechenden Daten unternehmensweit verknüpft und im ganzen Unternehmen verfügbar sind.
Agentic Enterprise mit Mehrwert dank Tonkean
Unsere Übernahme von Tonkean verbessert nicht nur die Abläufe in der Beschaffung und im Ausgabenmanagement. Coupa Compose und damit die Prozesse für Intake & Orchestration (I&O) basieren auf Tonkean – und damit macht diese Übernahme zwei Dinge gleichzeitig möglich. Zum einen positioniert sie Coupa als zentrale Ausgabenlösung im neuen Agentic-as-a-Service-Unternehmen. Die Ausgabendaten von Coupa wirken dabei nativ auf der Interaktionsebene, die alle Bereiche im Tech-Pool miteinander verbindet.
Zum anderen erhöht sie die Reichweite von Coupa mit den Orchestrierungsfunktionen von Tonkean auch auf Geschäftsbereiche außerhalb der Beschaffung, etwa auf die Rechtsabteilung, die IT und die Personalabteilung. Coupa wird auch weiterhin in die Tonkean-Lösungen für Bereiche außerhalb der Beschaffung und in die Orchestrierungsfunktionen investieren, um die geschäftskritischen Bereiche miteinander zu verbinden und die Reichweite dieser Lösungen und Funktionen auf das gesamte Unternehmen auszudehnen.
Das Gute daran ist, dass die Kunden diese Lösungen entweder als Teil von Coupa Compose und unserer Source-to-Pay-Plattform einführen oder sie für einen ganz bestimmten Orchestrierungsbedarf auch eigenständig nutzen können.
In der neuen Unternehmensarchitektur mit KI-Agenten ist die Zuständigkeit für einen bestimmten „Bereich“ nur die halbe Miete. Denn Unternehmensprozesse betreffen selten nur einen Bereich. Deshalb muss jede vertikale Plattform auch in die unternehmensweite Interaktionsebene eingebunden sein. Das gilt zum Beispiel, wenn es darum geht, Daten und Informationen weiterzugeben, Workflows auszulösen und Kontextinformationen aus allen anderen vertikalen Lösungen zu übertragen, mit der sie interagiert. Und sie muss auch als Kontrollinstanz für den Prozess selbst fungieren, indem Sie Menschen und Agenten durch diesen Prozess führt. Wenn sie das nicht kann, bleibt auch die beste vertikale Plattform letztendlich nur ein isoliertes System. Mit den Funktionen von Tonkean kann Coupa die Orchestrierungsbrücke für eben diese Interaktionsebene sein.
Coupa unterstützt seit über 20 Jahren ein Netzwerk mit mehr als 11 Millionen Einkäufern und Lieferanten und nutzt eine verlässliche Datenbasis, der Unternehmensausgaben mit einem Gesamtvolumen von 10 Billionen US-Dollar zugrunde liegen. Mit Coupa Compose und Tonkean können wir die intelligenten Einblicke unserer Plattform zu Ausgaben, Entscheidungen und Maßnahmen jetzt auch unternehmensweit auf Bereiche wie die Rechtsabteilung, den Vertrieb, das Finanz- und Personalteam und die Bedarfsplanung ausdehnen.
Tonkean bietet uns also die Möglichkeit, alle Komponenten eines Unternehmens – Technologien, Beschäftigte, Systeme, Prozesse, Richtlinien und KI-Agenten – über alle Abteilungen hinweg besser zusammenarbeiten zu lassen. Gerade weil unsere Plattform unabhängig von einzelnen Unternehmensfunktionen und nicht auf eine bestimmte Abteilung beschränkt ist, ist Coupa das Bindeglied für agentenbasierte Unternehmen.
Mit Tonkean konnten wir unsere Roadmap voranbringen und KI-gestütztes Ausgabenmanagement auf breiter Ebene schneller bereitstellen. Und so die Reichweite und Leistungsfähigkeit unseres agentenbasierten Handelsnetzwerks ausbauen.
Die meisten Unternehmen haben kein KI-Problem. Sie haben ein Problem bei der Übergabe.
Wenn man CFOs oder IT-Verantwortliche fragt, warum ihre KI-Investitionen nicht so richtig die gewünschte Wirkung entfalten, erhält man im Kern immer dieselbe Antwort. Die Modelle sind leistungsstark. Die Anwendungsfälle sind eindeutig genug. Aber es hakt, wenn es darum geht, die Beschäftigten von den manuellen Aufgaben zu entlasten, die nötig sind, um die Ergebnisse eines Systems autonom, zuverlässig, sicher und im Einklang mit dem Unternehmensprozess in ein anderes zu übertragen.
Das folgende Beispiel zeigt, was ich damit meine. Ein Sourcing-Agent ermittelt einen bevorzugten Lieferanten. Dann muss jemand die Rechtsabteilung informieren, damit der Vertrag erstellt werden kann. Die Rechtsabteilung erstellt den Vertrag. Dann muss ihn jemand an den richtigen Genehmiger weiterleiten. Der Genehmiger unterzeichnet. Dann muss jemand das Lieferanten-Onboarding im ERP anstoßen. Das ERP wird aktualisiert. Dann muss jemand die Buchhaltung informieren, damit die Zahlungsbedingungen hinterlegt werden.
Nach jedem Schritt muss das Ergebnis weitergereicht werden, um den nächsten Schritt auszulösen. Das machen in den meisten Unternehmen Menschen.
Genau hier liegen die versteckten Kosten von agentenbasierter KI, nämlich nicht bei den Agenten selbst, sondern bei der Übergabe zwischen einzelnen Agenten. Wenn der Agent seine Ergebnisse nicht autonom und zuverlässig an das nächste System weitergeben kann, haben Sie letztendlich nur eine Aufgabe automatisiert, nicht aber den gesamten Prozess, auch wenn Sie den leistungsfähigsten Beschaffungsagenten der Welt haben.
Auch Branchenanalyst Shashi Bellamkonda hat in seiner Analyse unserer Akquisitionsstrategie festgestellt, dass die versteckten Kosten bei der Einführung von KI-Agenten nicht mit der Rechenleistung zusammenhängen, sondern dass es sich dabei vielmehr um sogenannte Integrationsschulden handelt. Ohne eine einheitliche Orchestrierungsebene müssen unsere Kunden ihr agentenbasiertes Betriebssystem selbst integrieren. Jedes Unternehmen, das in den letzten zwei Jahren versucht hat, KI-Insellösungen miteinander zu verknüpfen, weiß genau, was ich meine. Deshalb sehen wir es als unseren Auftrag, diese Integrationsschulden aus dem Weg zu räumen – und zwar mit einer Lösung, die das agentenbasierte Betriebssystem der Kunden verknüpft und orchestriert.
Die entscheidende Erkenntnis, die bei Enterprise-Software meist übersehen wurde: Das Übergabeproblem betrifft nicht nur die Beschaffung. Es handelt sich genauer gesagt um ein unternehmensweites Architekturproblem. Das heißt, die Lücke, die zwischen einem Sourcing-Agenten und einem Vertragsmanagementsystem besteht, gibt es bei allen vertikalen Säulen des Tech-Pools – zwischen Coupa und dem HCM-System, zwischen Finanzwesen und CRM, zwischen SCM und Produktion usw. sowie bei allen weiteren Systemen. An genau diesen Übergabepunkten zwischen den Systemen scheitert die KI – ganz egal, wie leistungsfähig sie in den einzelnen Systemen auch sein mag.
Für die dafür nötige unternehmensweite KI-Orchestrierung wurde Tonkean entwickelt und stellt die entscheidende fehlende Ebene für das Agentic Enterprise von morgen bereit. Mit Tonkean als Teil von Coupa verändert sich grundlegend, was Enterprise-KI tatsächlich für agentenbasierte Unternehmen als Ganzes leisten kann. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit unseren Kunden diese neue Ära von Agentic-as-a-Service Wirklichkeit werden zu lassen und damit herausragende Geschäftsergebnisse zu erzielen. Wir stehen dabei als vertrauenswürdiger Partner an Ihrer Seite.