Karlsruhe, 31. März 2026 – Künstliche Intelligenz ist in deutschen Unternehmen strategisch gesetzt, doch beim finanziellen Nutzen überwiegt vielerorts noch die Unsicherheit. Für 70 Prozent der CFOs bremst ein unklarer Return on Investment (ROI) die breitere Einführung der Technologie. Das zeigt der aktuelle CFO-Report von Coupa, für den 100 Führungskräfte aus Finanzabteilungen in Deutschland befragt wurden. Trotz dieser Unsicherheit planen jedoch viele Unternehmen bereits weitere Investitionen.
In den nächsten sechs bis zwölf Monaten wollen 60 Prozent ihre Investitionen in KI erhöhen, um die Rentabilität zu steigern. Für 56 Prozent geht es dabei vor allem darum, das Wachstum zu fördern.
Die strategische Bedeutung von KI zeichnet sich dabei klar ab: 85 Prozent der Finanzverantwortlichen in Deutschland sagen, dass Investitionen in KI und Automatisierung in diesem Jahr ein zentraler oder sogar der wichtigste Bestandteil ihrer Finanzstrategie sind. Für nahezu alle Befragten (99 Prozent) ist Künstliche Intelligenz zumindest ein kleiner Teil der Strategie. Gleichzeitig bleibt die Erwartung an kurzfristige Ergebnisse verhalten. Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) rechnen erst innerhalb der nächsten 24 Monate mit einem messbaren ROI.
„Für Finanzverantwortliche ist Künstliche Intelligenz längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil der strategischen Agenda. Gleichzeitig verändert sich ihre Rolle: CFOs steuern heute nicht nur Budgets, sondern zunehmend auch die Transformation von Prozessen, Entscheidungen und Strukturen im Unternehmen. Damit Investitionen in KI messbaren Mehrwert schaffen, braucht es neben der Technologie vor allem integrierte Systeme, belastbare Daten und die richtigen Kompetenzen. Erst wenn diese Voraussetzungen zusammenkommen, lässt sich KI wirksam und nachhaltig im Unternehmen verankern“, sagt Frank Cappel, Vice President EMEA Solution Advisory bei Coupa.
Kostendisziplin stößt ohne Transparenz an Grenzen
Mit steigenden KI-Investitionen wächst also zugleich der Druck auf CFOs in Deutschland, deren finanziellen Nutzen nachzuweisen. Genau dieser Druck zeigt sich unmittelbar in der Steuerung von Ausgaben und Margen. So wollen 59 Prozent strengere Ausgabenrichtlinien, Budgets und Kontrollen durchsetzen, 54 Prozent gezielt Rabatte und Rückvergütungen über intelligentere Zahlungsstrategien realisieren.
Zur Verbesserung der Margen setzen Finanzverantwortliche dabei vor allem auf eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten (71 Prozent), auf datenbasierte Beschaffungsentscheidungen, um Kostenvolatilität zu reduzieren (68 Prozent) sowie auf KI und Automatisierung, um manuelle Arbeit zu verringern (58 Prozent).
Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine klare Umsetzungslücke: Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) sagt, dass sie nicht schnell genug reagieren kann, wenn kurzfristig Kosten gesenkt werden müssen. Die Ursache dafür liegt häufig weniger im fehlenden Willen zur Kostendisziplin als in mangelnder Transparenz und unzureichend integrierten Systemen. Mehr als jeder zweite Finanzchef (52 Prozent) nennt zudem die fehlende Transparenz über Unternehmensausgaben als zentrale Herausforderung – und das obwohl 65 Prozent sagen, dass ihr Unternehmen grundsätzlich sofort auf Ausgabendaten zugreifen kann. Für 45 Prozent sind es arbeitsintensive Verfahren zur Datenerhebung, die die Umsetzung erschweren.
Eine einheitliche Plattform könnte laut den Befragten monatlich fast 32 Stunden an Arbeit einsparen, da Informationen nicht mehr aus mehreren Systemen zusammengetragen werden müssten. Das verdeutlicht, wie stark fragmentierte Systemlandschaften den Arbeitsaufwand in Finanzabteilungen weiterhin prägen.
Steigender Druck erhöht den Handlungsbedarf
Parallel dazu wächst der externe Druck auf deutsche Finanzabteilungen weiter. Zu den größten Herausforderungen für Unternehmen in diesem Jahr zählen Cybersecurity-Bedrohungen und KI-getriebene Angriffe (48 Prozent), Fachkräftemangel und Qualifikationslücken (47 Prozent) sowie zunehmende behördliche Vorschriften (42 Prozent).
Gleichzeitig ist ein Viertel (26 Prozent) sehr oder extrem besorgt, die Jahresziele ihres Unternehmens zu erreichen; weitere 62 Prozent sind zumindest teilweise besorgt. Unter diesem Druck wird KI für viele Finanzverantwortliche weniger zum Innovationsprojekt als zu einem strategischen Instrument, um Kosten, Risiken und Entscheidungen besser zu steuern.
Den vollständigen CFO-Bericht können Sie hier herunterladen.
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Methodik
Diese Studie wurde von Wakefield Research im Auftrag von Coupa unter 600 Finanzverantwortlichen durchgeführt (CFOs sowie Führungskräfte auf SVP-Ebene und höher). Die Teilnehmenden verteilten sich gleichmäßig auf sechs Märkte: Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien/Irland, Japan und die USA (jeweils 100 Befragte pro Land). Die Erhebung fand zwischen dem 22. Dezember 2025 und dem 16. Januar 2026 statt und wurde über einen per E-Mail versandten Online-Fragebogen durchgeführt.
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